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Schimmel entfernen

Es schimmelt! Bekommen Sie das Schimmel­problem in den Griff? Klicken Sie auf die Schimmel­flecken, um den Schimmel zu entfernen. Wie im wahren Leben lassen sich einige leichter entfernen als andere. Schaffen Sie es alle Schimmel­flecken zu ent­fernen und wenn ja, wie und mit welchem Mittel?

Schimmel in der Wohnung
Fühlen Sie sich im realen Leben auch so machtlos im Kampf gegen den Schimmel? Ich verrate Ihnen, wie Sie das Problem auf Dauer in den Griff kriegen.

Schimmelentferner - Mittel, um Schimmel zu entfernen

Schimmel in der Wohnung will man schnell entfernen. Aber wie? Der Handel bietet zahlreiche Mittelchen, mit denen sich nach Angaben der Hersteller Schimmel sicher und effizient entfernen lässt. Meist enthalten diese Chlorbleiche oder Säuren und stinken fürchterlich. Warnhinweise zieren die Etiketten. Im Internet werden dagegen die tollsten Hausmittelchen weiterempfohlen. Doch eignen sich diese als Schimmelentferner? Die gängigsten Mittel, die regelmäßig (nicht immer zu recht) empfohlen werden, möchte ich im Folgenden kurz vorstellen.

Schimmel entfernen - Womit?

Häufig in Empfehlungen zu lesen sind diese Mittel als Schimmelentferner:

Vorsicht: Nicht alle Mittel, die regelmäßig empfohlen werden, sind auch tatsächlich geeignet!
Da sich Wechselwirkungen wie ungewünschte Verfärbungen zwischen dem eingesetzten Schimmelentferner und dem Untergrund nie ganz ausschließen lassen, ist Vorsicht immer geboten. Bitte immer die Packungsbeilage beachten! Grundsätzlich sollten scharfe Reinigungsmittel erst an unauffälliger Stelle kleinflächig an dem Material getestet werden.

 

Chlorbleiche bzw. Reiniger, die Chlorbleiche enthalten

Handelsüblicher SchimmelentfernerHandelsüblicher SchimmelentfernerDer Handel bietet eine beeindruckende Vielfalt an Schimmelentfernern auf Chlorbasis. Mellerud ist nur einer der bekanntesten.

Grundsätzlich sind Chlorbleiche wie auch Reiniger auf Chlorbleichebasis wirksame Mittel zur Entfernung von Schimmelpilzbefall, soweit dieser nur oberflächlich vorhanden und nicht schon in das Material eingewachsen ist. Chlorbleiche als Mittel zur Schimmelentfernung hat jedoch einige Nachteile: Wie der Name es ahnen lässt, handelt es sich bei Chlorbleiche um ein starkes Bleichmittel. An manchen Stellen mag dies vorteilhaft sein. Der Einsatz sollte jedoch stets wohl überlegt sein, da Bleichmittel auf vielen Materialien unerwünschte Verfärbungen verursachen kann. Ein weiterer nicht zu verachtender Nachteil von Schimmelentfernern auf Chlorbleichebasis ist die erhebliche Geruchsbelastung, die nach der Behandlung auch bei guter Belüftung nur langsam abklingt.
Größter Nachteil von Chlorbleiche in Schimmelreinigern ist, dass das Mittel nicht nur dem Schimmel und anderen Mikroorganismen schadet, sondern auch dem Menschen. Vorsichtmaßnahmen wie eine persönliche Schutzausrüstung sind deshalb unbedingt angezeigt.

Wasserstoffperoxid (Konzentration in Lösung 3 %, 10-12 %, 30 %)

Bei Wasserstoffperoxid handelt es sich ebenfalls um ein starkes Bleichmittel, das jedoch gegenüber Chlorbleiche einige entscheidende Vorteile hat. Die fast geruchslose Flüssigkeit kommt deshalb vermehrt in der professionellen Schimmelbeseitigung zum Einsatz.

Wasserstoffperoxid (H2O2) ist eine (je nach Verdünnungsgrad) farblose bis blassblaue, viskose Flüssigverbindung aus Wasser und Sauerstoff. In entsprechend hoher Konzentration aufgetragen, bleicht Wasserstoffperoxid die fiesesten Schimmelpilzschäden in Sekundenschnelle wieder hell. Es riecht fast gar nicht und nach gutem Ablüften ist von diesem hoch reaktiven Mittelchen nichts mehr da, was den Bewohnern schaden könnte. Es zerfällt einfach zu Wasser (H2O) und Sauerstoff (O2), zwei Elemente, ohne die wir nicht existieren könnten.

Natürlich hat die Sache einen Haken: Die Flüssigkeit ist hoch reaktiv und deshalb im Umgang nicht ganz ungefährlich. Ab einer Konzentration von 5 % ist Wasserstoffperoxid offiziell ein Gefahrstoff - die Gefahrstoffverordnung ist dringend zu beachten.

In der Schimmelpilzbeseitigung tätige Handwerker verwenden regelmäßig 30 %ige Wasserstoffperoxidlösungen. Hiermit lässt sich Schimmelpilzbefall blitzschnell wegbleichen und desinfizieren. Dem ungeübten Laien ist die Verwendung solcher Mittel keinesfalls zu empfehlen!
Frisöre verwenden Konzentrationen um 10-12 % zum Blondieren. Auch zwecks Schwimmbadreinigung werden solche Lösungen verwendet. In der Regel reicht diese Konzentration auch für die Desinfektion von Schimmelpilzschäden - wenn man etwas geduldiger ist als der Fachmann.
Lösungen um 3 % kommen in der Medizin oder auch in der Pflege von Pferdehufen zwecks Desinfektion zum Einsatz. Diese sind im Handel frei erhältlich und auch in manchen handelsüblichen Schimmelentfernern enthalten. Zum Entfernen von Schimmelpilzschäden sind diese aus meiner Sicht jedoch bestenfalls bedingt geeignet - die Wirkung ist einfach zu schwach.

Quintessenz: Wasserstoffperoxid ist ein sehr gut geeignetes Mittel um Schimmelpilzbefall abzutöten ohne bleibende geruchliche Nebenwirkungen für die Wohnqualität. Wer damit nicht beruflich zu tun hat und geübt im Umgang mit diesem Gefahrstoff und den nötigen Schutzmaßnahmen ist, sollte die Verwendung jedoch Profis überlassen.

Alkohol, Brennspiritus, Isopropylalkohol als Reiniger gegen Schimmelflecken

Mit Isopropylalkohol lassen sich verschiedenste Flächen vergleichsweise schonend reinigen.

Alkohol ist grundsätzlich ein wirksames Desinfektionsmittel auch für den Hausgebrauch. Viele Materialien lassen sich damit gut reinigen und desinfizieren. Ein Bleichen der Schäden findet nicht statt, so dass die Flächen nach dem Auftragen der Lösung nicht "wie von selbst" wieder sauber werden, wie das bei den vorbeschriebenen Bleichmitteln der Fall sein kann.

Zudem gilt es zu beachten, dass der Einsatz von Alkohol niemals großflächig und schon gar nicht per Sprühflasche erfolgen darf. Alkohol verdampft leicht und ist dann brennbar. Ist Alkohol in größerer Menge in der Luft enthalten, herrscht Explosionsgefahr! Deshalb: Hochprozentigen Alkohol - egal in welcher Form - immer nur wohldosiert kleinflächig einsetzen und gut ablüften. Für die Reinigung kleiner Schimmelschäden ist er gut geeignet. Ebenfalls gut geeignet ist er um zuvor abgetöteten Schimmelpilzbefall abzuwischen und damit (soweit der Untergrund es zulässt) wirksam zu entfernen.

Klares Wasser - Schimmel einfach wegwaschen?

Schimmel entfernen mit klarem Wasser

Zwar lässt sich Schimmelpilzbefall teilweise mit klarem Wasser abwischen, eine Desinfektion erfolgt so jedoch nicht, da es an einem Wirkstoff fehlt. Klares Wasser eignet sich nur zur Reinigung glatter, nicht saugfähiger Flächen, die selbst nicht angegriffen sind. Ein klassisches Beispiel hierfür sind zum Beispiel Kunststofffenster, auf sich denen Verschmutzungen abgelagert haben, die dann schimmeln. Wenn sich der Schimmel samt dem Schmutz, auf dem er siedelt, abwischen lässt, ist klares Wasser ein probates Mittel. Anders sieht es bei Untergründen aus, die unmittelbar schimmeln und/oder saugfähig sind. Dann begünstigt der Einsatz klaren Wassers noch das Schimmelpilzwachstum.

Essig - Das Hausmittel gegen Schimmel

Schimmelentferner EssigEssig wird im Internet in verschiedensten Foren als das ultimative Hausmittel gegen Schimmel angepriesen. Das klingt verlockend, denn Essig kennt man und man steht ihm längst nicht so skeptisch gegenüber wie Chemikalien mit Wahrnhinweisen auf der Packung. Tatsächlich wäre Essig für sich allein betrachtet super gegen Schimmel, weil der PH-Wert 2 so niedrig ist. Essig bietet daher ein höchst unwirtliches Milieu für Schimmelpilze und viele andere Organismen. Aber(!!!): Schimmel findet zunächst auch auf dem Wandputz wenig einladende Bedingungen, weil der - typisch mineralischer Baustoff - einen PH-Wert von 11 hat. Das ist viel zu alkalisch für Schimmelpilzbefall. (Was dann tatsächlich regelmäßig schimmelt sind Tapeten, Wandfarben und Staub).
Wird nun aber saurer Essig auf den alkalischen Putz aufgebracht, wird der PH-Wert neutralisiert und optimale Bedingungen für einen Schimmelpilzbefall geschaffen.

Also: Essig zur Schimmelpilzbehandlung ist super, aber bitte nicht auf alkalischen Untergründen. Zur Schimmelbekämpfung zum Beispiel in der Brotdose darf Essig gerne Verwendung finden.

Zitronenreiniger oder andere säurehaltigen Reinigungsmittel

Schimmel entfernen mit Zitronenreiniger?Für Zitronenreiniger und andere säurehaltigen Reinigungsmittel gilt grundsätzlich das Selbe wie für Essig und Essigreiniger. Säurehaltige Reiniger können auf mineralischen Untergründen eingesetzt erheblichen Schaden anrichten und begünstigen einen neuen Schimmelpilzbefall. Tipp: Dies gilt übrigens auch für Fliesenfugen in der Dusche. Wer Schimmelpilzen nicht den Weg in diesen Nassbereich ebnen will, sollte auf den Einsatz dieser Reiniger am Fliesenspiegel der Dusche verzichten.

Seife / alkalische Reiniger als Schimmelentferner

Schimmel entfernen mit SeifeWasser, Seife und Schrubber sind gut geeignet, um oberflächlichen Schimmelpilzbefall in mineralischen Fliesenfugen in der Dusche wieder abzuschrubben. Ist der Befall schon tiefer eingewachsen, lässt sich hier leider nur noch Oberflächenkosmetik betreiben. Erfahrungsgemäß bleiben auch in Härtefällen mit täglichem Duschen die Flächen einige Monate ansehnlich, ehe neuer sichtbarer Befall auftritt.
Dauerhaft lassen sich solche Schäden nur durch den Tausch der Fugen beheben. Da hierbei regelmäßig Fliesen zu Schaden kommen, sollte diese Maßnahme wohl überlegt sein.

In anderen Räumen und auf saugfähigen Untergründen bietet sich Seife als Schimmelentferner weniger an.

Kalkfarbe / spezielle Antischimmel-Farbe

Kalkfarbe ist grundsätzlich eine tolle Sache - sowohl optisch, als auch um es Schimmelpilzen schwer zu machen. Eines möchte ich aber dringend klarstellen: Keine Spezialfarbe der Welt wird sie dauerhaft vor Schimmelpilzschäden schützen, wenn die übrigen Randbedingungen stimmen. Sind also Baumängel vorhanden oder trägt das Nutzerverhalten zu der Schimmelpilzbildung bei, kann die Farbe neue Schäden bestenfalls geringfügig bremsen. Verhindern kann sie sie nicht. Entsprechend kann keine Farbe eine Sanierung ersetzen. Eine Investition in eine teure AntiSchimmel-Spezialfarbe lohnt sicher nicht. Einfach Kalkfarbe erfüllt den gleichen Zweck.

Kalkfarbe hat den Vorteil, dass sie wie Putz und Beton hoch alkalisch ist und es daher Schimmelpilzen erst einmal unmöglich macht, sich an den frisch gekalkten Oberflächen anzusiedeln. Was der Verkäufer solcher Farben regelmäßig zu erwähnen vergisst ist, dass dieser hohe PH-Wert durch Reaktionen mit dem in der Luft enthaltenden Kohlendioxid mit der Zeit neutralisiert wird. Aus dem Betonbau kennt der Fachmann diesen Vorgang als Carbonatisierung. Bei Beton ist dies ein schleichender Prozess, der (je nach Güte des Betons) mehrere Jahrzehnte dauert, bis er die Betondeckschicht erfasst, in die tieferen Lagen vordringt und dort den natürlichen Korrosionsschutz der Stahleinlagen aufhebt. Dieser Vorgang dauert deshalb üblicherweise so lange, weil die Betonüberdeckung mehrere Zentimeter dick ist.

Ihre Farbschicht ist üblicherweise nicht mehrere Zentimeter dick und kann daher auch keine entsprechende Barriere bilden. Zudem interessiert sich der Schimmelpilz ohnehin vornehmlich für die Oberfläche und oberflächennahe Schicht. Entsprechend schreitet diese Neutralisierung und damit die Option für einen Neubefall sehr schnell voran.

Eine weitere Unsitte ist es, Schimmelpilzbefall nur überzustreichen oder die Tapeten unter der neuen Farbe zu belassen. In diesem Fall ist zeitnah wieder mit sichtbaren Schäden zu rechnen, wenn die Ursache nicht vollumfänglich beseitigt wurde.

Backpulver als Hausmittel gegen Pilzbefall

Backpulver zur SchimmelentfernungEine ebenfalls häufig in Internetforen zu findende Empfehlung ist die Behandlung von Schimmelpilzschäden mit Backpulver. Angeblich soll sich damit beginnender Schimmelpilzbefall auf Silikonfugen beheben lassen.
Selber habe ich das noch nicht ausprobiert und in Fachkreisen gibt es dazu wenig Bestätigung, so dass ich dieses Hausmittelchen hier nicht empfehlen möchte. Falls Sie hierzu eigene Erfahrungen haben, freue ich mich über Ihre Rückmeldung.

 

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Nebeninformationen und Links

Gattungen und Arten

 

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